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Führung
Kennst du das Gefühl von Machtlosigkeit?
Kennst du das Gefühl von Machtlosigkeit als Führungskraft? Entdecke das Modell der 3 Einflusskreise und lerne, wie du dein Mandat und deine Motivation stärken kannst.
„Ein Mandat ist eine freiwillig gegebene Autorität über einen spezifischen Verantwortungsbereich.“
Kennst du das folgende Szenario?
Als Teamleiter bist du verantwortlich für dein Team, für die Ergebnisse, die dein Team liefert, für die Kommunikation mit allen anderen Akteuren im Spielfeld und für eine klare Strategie für dein gesamtes Team. Diese Verantwortung spürst du ständig. Aber du spürst auch die Unberechenbarkeit des gesamten Systems, in dem du dich bewegst. Und als ob diese Herausforderungen nicht schon genug wären, ist dir oft nicht klar, was du nun eigentlich selbst entscheiden darfst und was nicht. Verantwortung auf der einen Seite, unklare Befugnisse auf der anderen Seite. Am Ende fühlst du dich schlichtweg „machtlos“.
Und genau da sind wir beim entscheidenden Punkt für dich und mich als Führungs-„Mittelfeldspieler“: Was ist mein Mandat? Wie sieht es aus? Wo sind meine Freiräume und wo liegen meine Grenzen?
Laut Dr. Viktor Frankl und Daniel Pink basiert intrinsische und nachhaltige Motivation auf drei zentralen Voraussetzungen:
- Mindestens 25 % deiner Zeit deine natürlichen Talente einsetzen und dich darin weiterentwickeln.
- Mindestens 25 % deiner Zeit autonom entscheiden können, was Priorität hat, und dort eigenständige Entscheidungen treffen.
- Mindestens einmal pro Woche ein Bewusstsein für Sinnhaftigkeit erleben – weil du spürst, dass dein Beitrag gebraucht wird und Teil von etwas Größerem ist, das an sich sinnvoll ist.
Wenn wir über unser Mandat nachdenken, ist das also eine der wichtigsten Säulen unserer intrinsischen Motivation. Wenn ich ständig das Gefühl habe, nur zu reagieren und keine eigenen Entscheidungen treffen zu können, kostet mich das enorm viel Energie. Und das gilt natürlich für alle Beteiligten auf dem Spielfeld.
Wie kannst du dieses Thema nun eigenständig anpacken?
Wir nutzen hierfür das Modell der drei Einflusskreise.
Den innersten Kreis nennen wir den A-Kreis. Hier befinden sich all meine Aufgaben und Projekte, bei denen ich maximalen Spielraum für eigene Entscheidungen habe – also viel Autonomie und ein hohes Mandat. Das sind Aufgaben, bei denen ich zu 90–100 % meine eigenen Entscheidungen treffen kann. Als Teamleiter könnte das zum Beispiel sein:
- Die Regelmäßigkeit und Struktur der Kommunikation in meinem eigenen Team festlegen.
- Die Entscheidung, welche Teammitglieder ich wie für welche Aufgaben einsetze.
- Meine eigene Wahl, welche Kompetenzen ich in den nächsten zwei Jahren ausbauen möchte.
Um den A-Kreis herum liegt der B-Kreis. Hier entscheide ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, in welche Richtung wir gehen. Hier geht es darum, einen Konsens zu finden, weil wir uns ein gemeinsames Mandat teilen. Das sind Aufgaben und Projekte, bei denen ich etwa 40–50 % Entscheidungsfreiheit erlebe. Ich habe hier ein klares Mitspracherecht und einen aktiven Gestaltungsauftrag. Ich kann es nicht alleine entscheiden, aber ich habe ein klares Mandat und eine Stimme im Ganzen. Und damit trage ich auch die volle Mitverantwortung für die Entscheidungen, die wir gemeinsam treffen.
Beispiele für B-Aufgaben:
- Gemeinsam mit anderen Teamleitern die Prioritäten unserer gemeinsamen Ziele und Projekte festlegen.
- Gemeinsam mit meinen Teammitgliedern unsere eigenen Teamprojekte evaluieren und nachjustieren.
- Meinen Vorgesetzten konstruktives Feedback geben – kombiniert mit innovativen Lösungen für Herausforderungen, die uns begegnen.
Um den B-Kreis herum liegt der C-Kreis. Hier habe ich Einfluss durch das, was ich sage, tue, weitergebe, anrege, durch Brainstorming, konstruktive Kritik und indem ich Menschen in meinem Umfeld wertschätze und ermutige. Wir sprechen hier von etwa 10 % Mandat. Es ist nicht null, denn ich kann durchaus Einfluss nehmen. Allerdings werden 90 % der schlussendlichen Entscheidungen von anderen getroffen. Die intrinsische Motivation, die durch C-Aufgaben entsteht, ist zwar nicht riesig, aber keineswegs zu vernachlässigen.
Beispiele für C-Aufgaben:
- Meine fundierte Meinung in Entscheidungsgremien einbringen.
- Die Vision der Organisation an mein eigenes Team weitergeben, sodass die Mitglieder sie verstehen und in ihren Arbeitsalltag einordnen können.
- Mit offenen Augen auf unser System schauen, um Optimierungspotenziale zu entdecken – und diese Ideen in das größere Team einbringen.
Diese drei Einfluss- und Mandatskreise geben dir einen sehr guten Überblick darüber, wo dein Mandat aktuell liegt. Nimm dir doch einmal 15 Minuten Zeit und frage dich: Welche meiner Aufgaben und Projekte liegen in welchem Kreis?
Erstelle dir dazu am besten eine kleine Übersicht, in der du deine interessantesten und sinnvollsten Aufgaben zusammenfasst: 3 Projekte auf A-Niveau, 3 Projekte auf B-Niveau und 3 auf C-Niveau.
Jedes dieser 9 Projekte gibt dir die nötige intrinsische Motivation, um als Mittelfeldspieler auf Top-Niveau zu agieren – bei den A-Projekten natürlich mehr als bei den B- oder C-Projekten. Aber die Gesamtschau aller 9 Projekte gibt dir ein sehr klares Bild davon, welches Mandat du aktuell wahrnehmen kannst.
Der nächste Schritt? Besprich diese Aufstellung mit deiner Führungskraft. Prüft gemeinsam, ob ihr die Dinge gleich seht – und lass dir so ein ganz einfaches, klares Mandat für deine Projekte geben.
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