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Führung
Nicht zwischen zwei Fronten geraten: Wie du vom Sandwich-Manager zum strategischen Mittelfeldspieler wirst
Fühlst du dich manchmal wie ein Sandwich-Manager, der den Druck von oben abfangen und nach unten übersetzen muss? Das geht auch anders: Entdecke, wie du als Mittelfeldspieler das Spiel gestaltest und wieder mit Freude führst.
Ich erkenne das so gut bei den vielen Führungskräften, die ich treffen darf, und ehrlich gesagt auch manchmal bei mir selbst. Du stehst am frühen Morgen an der Kaffeemaschine, blickst auf die To-Do-Liste für den Tag und spürst, wie der Druck von zwei Seiten drückt. Von oben kommt der Ruf nach mehr Produktion, höherer Qualität, schnelleren Durchlaufzeiten – und das alles mit weniger Leuten. Und aus der Belegschaft hörst du die berechtigten Sorgen: „Paul, wie sollen wir die Krankheitsausfälle auffangen? Kapiert man da oben überhaupt, was hier wirklich los ist?“
In so einem Moment fühlst du dich nicht wie eine Führungskraft, sondern wie ein Sandwich-Manager. Eingeklemmt zwischen zwei Welten, ständig damit beschäftigt, Schläge einzustecken, Brände zu löschen und Druck zu übersetzen. Es ist eine Position, die dich todmüde macht, in der es sich anfühlt, als wäre es nie gut genug. Aber das ist nicht der einzige Weg.
Vom Sandwich-Manager zum Mittelfeldspieler:
Um von der fast automatischen Haltung „Es hat ja doch keinen Sinn“ loszukommen, brauchst du ein anderes Mindset. Eine Art zu denken und dich im großen Ganzen aufzustellen, damit du wieder mehr das Gefühl von Kontrolle erlebst und selbst in alle Richtungen Einfluss nehmen kannst.
Lass mich dich mit auf den Fußballplatz nehmen, um das konkret zu machen. Denk mal an den Mittelfeldspieler. Der Mittelfeldspieler steht zwar auch in der Mitte, genau wie der Sandwich-Manager, aber seine Wahrnehmung ist völlig anders. Er ist kein Opfer des Balls, der zufällig in seine Richtung geschossen wird. Nein, der Mittelfeldspieler ist der Spielmacher. Er nimmt den Ball an, schaut sich um, verteilt das Spiel und lenkt es. Er schaut nicht nur nach vorne (oben) oder nach hinten (unten), sondern glänzt darin, nach links und rechts zu blicken. Er überblickt das gesamte Spielfeld und bestimmt die Dynamik.
Der Sandwich-Manager versucht, den Druck des Systems zu überleben; der Mittelfeldspieler wählt seine Herausforderungen und gestaltet das System.
Die bekannte Denkerin Frances Frei schrieb einmal, dass Vertrauen auf drei entscheidenden Säulen ruht: Authentizität, Empathie und Logik. Der Sandwich-Manager verliert oft seine Authentizität, weil er nur noch filtert und überlebt. Der Mittelfeldspieler hingegen nutzt Empathie gegenüber seinem Team UND seinen eigenen Vorgesetzten und bringt mit Logik Ruhe ins Spiel.
Das Spielfeld vergrößern: Schau nach links und rechts
Als Mittelfeldspieler in einer Organisation liegt die Kunst darin, deinen Blickwinkel zu erweitern. Der Sandwich-Manager schaut ausschließlich vertikal: Was muss ich von oben nach unten transportieren? Der Mittelfeldspieler schaut horizontal.
Wer steht an deiner rechten Seite? Das sind deine Kollegen im Mittelfeld, die anderen Teamleiter oder Abteilungsleiter. Oft sitzen sie im genau gleichen Boot. Indem du dich mit ihnen zusammentust, tauschst du Erfahrungen aus und bildest eine Front der gesunden Logik. Und wer steht an deiner linken Seite? Das sind vielleicht deine Kunden, die Patienten oder die Schüler, die deine Organisation besuchen.
Wenn du das große Ganze siehst, verschiebt sich dein Mindset. Du bist nicht länger der Puffer, der die Schläge abfängt, sondern das Bindeglied, das dafür sorgt, dass die richtige Energie an die richtige Stelle fließt.
Drei praktische Schritte, um die Regie zu übernehmen
Die Veränderung vom Sandwich-Manager zum Mittelfeldspieler geschieht nicht von heute auf morgen. Sie erfordert kleine, bewusste Schritte. Keine Perfektion, sondern Raum für Wachstum.
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Kenne dich selbst (Dein Kompass) Wenn du deine eigenen Grenzen, Werte und Qualitäten nicht kennst, wirst du zum Spielball des Alltagsgeschäfts. Nimm dir regelmäßig Zeit für Stille. Was brauchst du, um widerstandsfähig zu bleiben? Wie kommunizierst du am liebsten unter Druck?
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Kenne deine Mitspieler (Die Verbindung) Versetze dich wirklich in den anderen hinein. Was sind die tatsächlichen Erwartungen und Frustrationen deines Vorgesetzten? Und was bewegt die Menschen an der Basis? Indem du mit Empathie zuhörst, kannst du Erwartungen managen, anstatt sie nur tatenlos über dich ergehen zu lassen.
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Baue gesunde Rituale auf Eine High-Trust-Organisation kommt nicht ohne Rituale aus. Plane feste Zeiten für Feedback und ehrliche Wertschätzung ein. Mach die Menschen, die von Entscheidungen betroffen sind, zu Beteiligten der Lösung.
Wo stehst du auf dem Platz?
Es ist ein Marathon, kein Sprint. Deine Rolle in der Mitte ist entscheidend; du bist derjenige, der die Kultur an der Basis tatsächlich prägt. Ohne deine gesunde Führung kann sich die Spitze noch so schöne Pläne ausdenken – sie werden die Basis nie mit der richtigen Begeisterung erreichen.
Ich möchte dich einladen, diese Woche einmal ehrlich über deine eigene Position nachzudenken. Wo stehst du im Moment wirklich – nicht, wo du dir wünschen würdest zu stehen, sondern in der rauen Realität des Alltags? Fühlst du dich häufiger als Sandwich-Manager oder als Mittelfeldspieler? Und was ist ein kleiner, machbarer Schritt, den du heute gehen kannst, um wieder zum Spielmacher zu werden?
Herzliche Grüße,
Paul Donders
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